PEARL Trust

Das Projekt PEARL Trust engagiert sich seit 1994 für die Verbesserung der Lebensbedingungen vor allem von Landlosen. Zielgruppen des Projekts sind verarmte Randgruppen der indischen Gesellschaft. PEARL („Progressive Education Among Rural Landless“) wurde 1994 gegründet und ist ein staatlich eingetragener, gemeinnütziger Verein. Sitz von PEARL Trust ist Paramakudi, eine Kleinstadt knapp 70 km südöstlich von Madurai in Tamil Nadu. Die Stadt wie auch der umliegende Ramanathapuram-Bezirk sind Dürregebiete, wo Landwirtschaft nur sehr begrenzt möglich ist. Hier gibt es auch nur wenige industrielle Arbeitsplätze.

PEARL kümmert sich umfassend um die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen vor allem mittelloser und benachteiligter Menschen. Seine Arbeit beinhaltet nicht nur die Schaffung und Gestaltung von Initiativen im Bereich von Aus- und Weiterbildung, Gesundheitserziehung und Vorsorge, die Förderung von Erwerbsmöglichkeiten, sondern auch Aktivitäten zum Umweltschutz und vor allem Aufklärung und Bewusstseinsarbeit. PEARL ist das größte Projekt von Little Flower. Es hat gegenwärtig 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird seit vielen Jahren erfolgreich von der indischen Sozialarbeiterin Ms. Amala geleitet.

Im Zentrum der Aktivitäten steht das Werben um Verständnis für die elementaren Rechte jeder Person, besonders von Kindern und Frauen und ebenso wie aktive konkrete Schützen und Einfordern dieser Rechte. Auch die ärmeren Schichten der indischen Bevölkerung sollen in die Lage versetzt werden, ihre täglichen Lebensbedingungen und die Gesellschaft mit zu gestalten. PEARLs zentrales Anliegen ist die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern, jungen Mädchen und Frauen, die sozial und wirtschaftlich benachteiligt sind. Dazu gehören auch Personen (Kinder und Jugendliche), die ihre Schulausbildung aus unterschiedlichsten Gründen abgebrochen haben. Diese Aktivitäten erstrecken sich auf die ländlichen wie auch städtischen Gebiete der Bezirke Ramnad und Sivagangai. 

Förderung der schulischen Ausbildung von Kindern

In seinem Zentrum in Paramakudi und in Lelavathinagar, einem Dorf ehemaliger Vogelfänger-Familien, bietet PEARL täglich Zusatz- und Nachhilfeunterricht für Schulkinder an. Sozial- und Kulturwissen, Kunsterziehung, Yoga und Meditation ergänzen die klassischen Schulfächer. Auch die traditionellen Lieder und Tänze der Kinder werden gepflegt, darstellerische Fähigkeiten, freie Rede und Selbstvertrauen geschult und kleine Straßentheater aufgeführt. Über die Vermittlung von sozialem Bewusstsein und sozialer Verantwortung lernen die Kinder, die Gesellschaft, in der sie leben, und den Platz, den sie darin einnehmen, zu verstehen und über Veränderungen und Fortschritt nachzudenken. Der Abendunterricht hat sich als hilfreich und als Segen für die Kinder der ärmsten Arbeiter erwiesen: die Schulabbrecher-Quote ging um 90 % zurück!

PEARL veranstaltet jährlich auch Studientage und Sommerkurse für arme Kinder, während derer sie Schulkenntnisse auffrischen oder neu erwerben können. Oft gehen nach diesen Studientagen Kinder zur Schule, die vorher noch nie eine Schule besucht haben. Durch Elterntreffen werden die Eltern in das Projekt einbezogen und lernen, Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder zu übernehmen. Projektmitarbeiter klären sie auf über Hygiene und Sauberkeit, über die Rechte von Frauen und Mädchen und die Wichtigkeit eines regelmäßigen Schulbesuchs ihrer Kinder.

Vorschule (playschool)

Schon seit vielen Jahren gibt es bei PEARL eine Vorschule für die Kinder aus Vogelfänger-Familien und die Kinder der Nachbarschaft. Da sich die hohe Qualität der Ausbildung herumgesprochen hat, wollen inzwischen sogar immer mehr Mittelstandsfamilien, auch aus höheren Kasten, ihre Kinder in die PEARL Playschool schicken. Durch diese Mischung entsteht ein interessantes soziales Experimentierfeld, in dem die traditionellen Kastengrenzen zunehmend an Bedeutung verlieren. Zudem unterstützen besser verdienende Eltern mit ihrem finanziellen Beitrag den Besuch armer Kinder. Seit 2016 ist die playschool auch offiziell staatlich anerkannt. Die Methode der PEARL playschool lehnt sich an die Montessori Pädagogik an und es besteht ein reger Austausch mit den Lehrerinnen der Montessorivorschule in Perumalmalai.  Zur Zeit besuchen 110 Kinder die playschool.

Patenschaften

PEARL betreut mit Förder-Patenschaften derzeit 100 Kinder, die private oder kirchliche Oberschulen besuchen oder in eine Lehre gehen. Durch das Patenschaftsprogramm wird Essen, Unterkunft, medizinische Versorgung, Schulgebühren und Berufsausbildung der Kinder finanziert. Die Mitarbeiterinnen des PEARL-Projektes suchen geeignete Kinder für diese Förderung aus und halten den Kontakt zu den Eltern. Alle drei Monate überwachen sie die Fortschritte der Schüler und auch die Lebensbedingungen der Kinder in den Schulen. Im Vogelfänger-Dorf werden über dieses Programm auch Kinder unterstützt, die zu Hause wohnen bleiben. Mittlerweile wurde dieses Projekt ausgeweitet auf Auszubildende, die ihre Schulausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und eine Lehre beginnen. Zweimal jährlich treffen sich alle Patenschaftskinder im PEARL-Projektzentrum, auch die Eltern nehmen zeitweise an den Treffen teil. Die Kinder aus dem Patenschaftsprogramm haben eine wichtige Vorbildfunktion für ihre Geschwister und andere Kinder des Dorfes: Sie machen deutlich, dass sich Schul- und Ausbildung für eine bessere Zukunft lohnt. 
Die Paten in Europa unterstützen mit einem Jahresbeitrag von 150 Euro jeweils ein Mädchen oder einen Jungen. Über Berichte und Briefe von ihrem Patenkind werden sie regelmäßig über das Leben des Kindes informiert und können ein wenig am Leben ihrer Patenkinder teilnehmen. » mehr zum Patenschaftsprogramm von PEARL

Handbestickte Grußkarten

Junge Frauen im Projekt PEARL besticken in Handarbeit bunte Grußkarten mit unterschiedlichen Motiven. Diese Karten werden auch in Europa gegen eine Spende abgegeben » mehr über das Grußkarten-Projekt und Bestellhinweise

Girihini-Maßnahmen

Girihini kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „für das Haus“. Teilnehmerinnen sind Mädchen und junge Frauen im Alter von 14-19 Jahren, die in Gruppen mit zwanzig bis dreißig Teilnehmerinnen lernen, eine eigene Familie mit allen damit zusammenhängenden Problemen zu betreuen. Die Teilnehmerinnen erhalten eine Grundausbildung im Lesen und Schreiben, lernen mit Geld umzugehen, werden über Geburtenkontrolle, Gesundheits- und Hygienethemen aufgeklärt und erhalten Unterricht in Nahrungszubereitung und handwerklichen Tätigkeiten.

Weitere Inhalte des Girihini-Programms sind die Förderung von sozialem Bewusstsein, die Vermittlung von Kenntnissen über die rechtliche Stellung von Frau und Familie sowie politische und wirtschaftliche Themen.

Girihini-Maßnahmen im Projekt PEARL dauern jeweils sechs Monate. PEARL unterrichtet die Frauen zusätzlich zwei Stunden am Tag in Schneiderei und stellt das notwendige Material dazu  bereit. Nach dem Ende der Maßnahmen sind die Frauen fähig, einzeln oder als Gruppe selbstverantwortlich zu arbeiten und ihr eigenes Einkommen zu verdienen. Viele Frauen werden von PEARL mit Beratung und Geld bei der Gründung eines eigenen Geschäfts unterstützt, zum Beispiel durch den Kauf einer Nähmaschine.

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