Montessori-Schule

2008-2009 gründete Pater AMA Samy im Dorf Perumalmalai eine Montessori-Vorschule für Kinder von zweieinhalb bis sechs Jahren. Sein Ziel war, den Kindern armer Tagelöhner und Landarbeiter/innen eine bessere Ausgangssituation für den Eintritt in die staatliche Schule zu verschaffen. Denn oft treffen Kinder aus Bergdörfern und aus armen Familien völlig unvorbereitet auf überfüllte Schulklassen, autoritäre Lehrer, eine rigide Stillsitz-Disziplin sowie auf Kastendenken und andere soziale Vorurteile. Bei Lernschwierigkeiten werden diese Kinder diskriminiert bzw. der Schule verwiesen. Sie werden für Kinderarbeit eingesetzt und bleiben ihr Leben lang Analphabeten. Der Besuch der Montessori-Vorschule verbessert ihre Möglichkeiten erheblich, im staatlichen Schulsystem zu bestehen. Damit steigen auch ihre Chancen auf eine Ausbildung.

Nach Maria Montessori sind die ersten sechs Lebensjahre die wichtigsten Jahre im Leben eines Kindes, da in dieser Zeit das unbewusste Lernen in eine bewusste Tätigkeit übergeht. In der Montessori-Pädagogik geht es vor allem um das Entdecken von Eigeninitiative, das Erproben praktischer Fähigkeiten und die Stärkung des Selbstwertgefühls. Wichtig ist auch die Erfahrung von Kooperation und gegenseitigem Respekt. Die Kinder werden nicht (wie in Indien häufig noch üblich) kollektiv gedrillt, sondern sie dürfen individuell lernen und erfahren eine charakterbildende Unterstützung in ihrer Entwicklung. Das dreigeschossige Schulgebäude, ausgestattet mit fünf Klassenräumen, einem Speisesaal und einem großen Spielplatz, liegt mitten im Ort Perumalmalai. Morgens um 8.30 Uhr bringen die Angehörigen die Kleinen zur Schule. Kinder aus dem weiter entfernten bergigen Umland der Montessori-Schule holt ein Bus oder ein Taxi ab. Für die Kosten kommen meistens die Eltern auf.

Im Unterricht steht das kindgerechte individuelle Lernen im Vordergrund, zu dem spezielles Montessori-Lernmaterial zur Verfügung steht. Die Einzelförderung wechselt ab mit gemeinschaftlichen Aktivitäten wie Gemeinschaftsspielen auf dem Sportplatz oder Singen und Tanzen, damit die Kinder sich austoben können. Großer Wert wird auf die Einübung von hygienischen Grundregeln gelegt wie richtiges Essen, Abwaschen der eigenen Teller usw. Eine kurze Meditation leitet den Unterricht ein, damit die Kinder zur inneren Ruhe kommen. Auch für Essen wird gesorgt, besonders für arme Kinder, die oft nicht ausreichend ernährt zur Schule kommen. Neben einem ausgewogenen Mittagessen erhalten die Kinder zum Frühstück einen gesunden Getreidebrei und vor Unterrichtsende um 16 Uhr nochmals eine kleine Mahlzeit. 

Sieben LehrerInnen, die in der Montessori-Pädagogik ausgebildet sind, eine Köchin sowie weiteres Hilfspersonal bemühen sich um das Wohl der momentan 140 Kinder. Der Besuch der Vorschule, die Mahlzeiten sowie zwei Schuluniformen sind für die Kinder kostenlos. Auf freiwilliger Basis bezahlen die Eltern 100 Rupis (ca. 2 €) pro Monat. Davon werden 50 Rupis auf einem Banksparkonto für das jeweilige Kind angelegt und nach Beendigung der Schule verzinst an seine Eltern zurückgezahlt. Bei regelmäßigen Besprechungen können sich die Eltern über den aktuellen Entwicklungsstand ihrer Kinder informieren. Das Schulgebäude wird zusätzlich für Nachhilfeunterricht genutzt. Ab 16.30 Uhr bieten qualifizierte Lehrer/innen Nachhilfeunterricht auch für drop-out-gefährdete Schüler/-innen aus der Region Perumalmalai an. Auch an den Wochenenden findet Unterricht statt, häufig Yogakurse oder Tanzseminare in klassischem indischen Tanz.

Für das Montessori-Projekt bieten wir eine Projektpatenschaft an!

Mit einer jährlichen Spende von 150–300 Euro finanzieren Sie einem Kind einen festen Platz an der Vorschule. Mit diesem Geld werden Löhne, Schulmaterial, Gebäudeunterhalt und das tägliche Mittagessen bezahlt. Die Unterstützung ist nicht an ein bestimmtes Kind gebunden. Durch einen jährlichen Bericht können Sie kontinuierlich an der Entwicklung der Schule und der Kinder teilnehmen.